Dolomiten-Cup 2012 in Bruneck
Geschrieben am 07.05.2012 von #51.
Freitagmittag, Besammlung Eishalle Weinfelden
Die Anspannung vor dem grossen Turnier war förmlich greifbar. Die Gesichter der Spieler und Betreuer waren gezeichnet von Vorfreude und unendlicher Motivation. So war es nur selbsterklärend, dass wir die Sportgetränke beiseite legten und zum Bier griffen um etwas entspannter zu werden.
Die Fahrt kam einer Wellnesskreuzfahrt gleich. Fritz lenkte das Automobil mit akribischer Feinfühligkeit durch die Kurven Richtung Bruneck und hinten relaxte man mit St.Galler Schützengarten.
Sicher angekommen im Hotel Krone, empfing uns Ivan der Schreckliche; er sah einfach so schrecklich lustig aus, war aber ein hervorragender Gastgeber und Begleiter durchs Wochenende.
Freitagabend, gemeinsames Nachtessen und Teambesprechung
Alle wussten um die Wichtigkeit des Dolomitencups und dementsprechend war auch der Umgang mit dem Alkohol. Mit Ausnahme zweier Gefährten, sie "fanden" ein goldenes Fahrrad und liessen sich sehr anreizend ablichten. Doch man verzeihte ihnen, denn das Fahrrad entpuppte sich als wahrer Glücksbringer und die Fotos schreckten von übermässigem Alkoholkonsum ab.
Samstag, der erste Spieltag
Um kurz das Spielsystem zu erklären, die Russen und die Bruneck-Boys spielten in einer eigenen Liga und machten somit den Turniersieg unter sich aus. Das wahre Objekt der Begierde war der dritte Platz und dessen Pokal alias "die goldene Gurke", acht Gurkenteams inklusive uns, lechzten nach ihr. Gespielt wurden zweimal 20 Minuten. Das erste Spiel ging gegen die schon erwähnten Bruneck-Boys verloren. Um nun die Gurkenträume aufrecht zu erhalten mussten die restlichen Begegnungen um jeden Preis gewonnen werden. Es folgten zwei Schlagerpartien und zwar Deutschland gegen die Schweiz, Spannung also vorprogrammiert. Von wo genau diese Teams kamen interessierte uns nicht, es zählte nur der Derbysieg.
Spiel 1, wir erwischten einen miserablen Start in die Partie. Es waren kaum 10 Minuten gespielt, schon lagen wir mit 3:1 im Hintertreffen. Die Spieler waren vermutlich geistig noch in der Kabine oder dem K1, aber so darf man sich nicht überfahren lassen. Jedoch entgegen allen Gesetzen der Natur blieben wir kalt wie eine Hundeschnauze. Es kam weder Hektik noch negative Stimmung auf und dass war der Schlüssel zum Erfolg. Offensiv braute sich ein gewaltiger Sturm zusammen und die Defensive, inklusive Schlussmann türmten sich zu gefühlten 4 Meter hohen Riesen. Was folgte, war, um es gelinde auszudrücken, Eishockey von einem anderen Stern. Unser Betreuerteam, ja selbst die Spieler rieben sich verwundert die Augen, wie schnell ein Spiel gedreht werden kann. Am Ende siegten wir hochverdient mit 4:3, was für ein Ausrufezeichen Richtung Konkurrenz!
Am Nachmittag kam es zu einem weiteren Show-down. Es folgte Kracher Nummer zwei, wie schon gesagt erneut eine Mannschaft aus der Bundesrepublik Deutschland. Unsere mitgereisten Spielbeobachter teilten uns mit, dass wir auf ein junges, technisch versiertes und kämpferisches Kollektiv treffen würden. Wir sollten also gewarnt sein. Dieses Mal waren alle von Beginn an bereit. Wir spielten äusserst clever, liessen die Scheibe geduldig zirkulieren und in der Verteidigung wurde die Mittelzone zur kaum überwindbaren Hürde. Die Deutschen konnten ihre physische Überlegenheit kaum in Tore ummünzen und im Angriff waren wir zu schnörkerlos, sodass nie ein Zweifel aufkam, wer den Sieg ins Trockene bringt. Zum Schluss hiess es 5:2 für hervorragend organisierte Flyers.
Der Grundstein für eine Halbfinalqualifikation war nun definitiv gelegt, es folgte der hochverdiente Ausgang. Viele Spieler mussten aber dem langen und harten Spieltag Tribut zollen und verschanzten sich schon früh im Hotel. Ein paar wenige gönnten sich auswärts ein Schlummertrank um auf den erfolgreichen ersten Spieltag anzustossen. Wobei es zu einem handfesten Skandal kam, ein unbekannter Täter versuchte einen Mitspieler mit einem Liter Elefantenbetäubungsmittel in die Knie zu zwingen. Ohne Erfolg. Der Kerl ist zäh wie ein Mammut und so war er nach ein paar Stunden Schlaf wieder ganz ordentlich beisammen.
Sonntag, die Krönung
Am Sonntagmorgen bestritten wir unser letztes Gruppenspiel gegen ein Team aus Österreich. Österreich und Eishockey? Das gibt in etwa soviel her wie ein Kühlschrank in der Antarktis, es war
also eine reine Pflichtübung. Ohne unser bestes Eishockey zu servieren, ging das Spiel klar mit 6:2 an die Krokodile. Dieser Sieg war somit gleichbedeutend mit der sensationellen Halbfinalqualifikation.
Dort wartete ein übermächtiger Gegner aus Russland. Das Spiel war noch keine 10 Minuten alt, da mussten schon alle realisieren, dass ein Einzug ins Finale reine Utopie war. So kam es wie es kommen musste, der HC Bruneck und Team Russia machten den Turniersieg unter sich aus. Die Russen sicherten sich in einem umkämpften Spiel den Gesamtsieg. Das traurige war, dass dieses Spiel niemanden interessierte. Alle warteten sehnsüchtig auf den Finalissima um die goldene Gurke. Und wir waren mittendrin statt nur dabei. Im Gurkenfinal warteten die Münchner auf uns, es hiess also: "mia san mia" gegen "hopp Schwiiz", "Weisswurst" gegen "Fondue" oder einfach ein Duell das Spektakel garantierte. Die Bayern zogen mit einem hochmotivierten 15 Mann Kader in die Schlacht, unsere Armee stellte gerade einmal sieben Nasen. Anpfiff, im Stadion konnte sich kaum noch jemand auf den Sitzen halten, die Menge tobte und es herrschte eine einmalige Gänsehautstimmung. Unser Rezept zum Sieg hiess: unbeschwert und mit Spielwitz zum Erfolg. Es sollte anders kommen, die Lederhosen schlugen ein ungemein hohes Tempo an, was die unsere Unbeschwertheit in Verklemmung verwandelte. Bereits nach 5 Minuten lagen wir schon mit 0:2 auf der Verliererstrasse. Ein Machtwort musste gesprochen werden, Captain Muni übernahm die Verantwortung und baute uns psychisch alle nochmal auf indem er uns intravenös Selbstvertrauen einflösste. Es zeigte Wirkung, alle zapften nochmals die letzten Energiereserven an und tatsächlich, es gelang noch der wichtige Anschlusstreffer vor der Pause. Was nun folgte, war ein Eishockeyleckerbissen für die Fans und eine saftige Lehrstunde für den Gegner. Mit einer unvergleichlichen Liebe zum Hockeysport zelebrierten wir Art on Ice. Präzision, Kreativität, Tempo, Härte und Kampfgeist der Flyers brachten den Gegner an Rand der Verzweiflung und Goalie Höhn hielt wie eine Torwand ohne Löcher. Wir schenkten den Bayern noch vier Tore ein und so hiess es zum Schluss gar 5:2 für die Steh-auf-Krokodile.
Was für ein Wahnsinns Wochenende, anfangs als Kanonenfutter belächelt und zum Schluss stemmten wir die goldene Gurke in Luft. Es fehlen die Worte, unglaublich. Es wurde gefeiert und getanzt, bei Hausi flossen gar Tränen der Rührung. Den Triumph widmen wir Josh, unserem jüngsten Mitglied im Kader. Auch ein grosses Dankeschön an unsere Betreuer und Piloten Fritz, Hausi, Marcel und Thomas.
MFG the glory 8
Höhn, Muni, Huber, Zipfel, Spargel, Mästi, Spengler und Rumpel
Saison Abschluss Fest 2011/12
Playoffs: Bittere Auftaktpleite!
Geschrieben am 22.02.2012 von #51.
Alle Jahre wieder, erneuter Halbfinalgegner: HC Zihlschlacht. Man konnte sich also von Beginn an auf ein enges Duell einstellen. In der Garderobe wurde noch deutlich gemacht, cool zu bleiben und sich 45 Minuten lang nur aufs Eishockeyspielen zu fokussieren, anstatt dessen kommentierten, lamentierten und resignierten wir.
Das Startdrittel ging 1:0 für die Flyers aus, mit guten Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Im Mittelabschnitt ging man zwischenzeitlich mit 4:2 in Führung, ohne jedoch gross zu brillieren. Ein Spielfluss kam nie wirklich zustande, zum einen weil wir unzählige Strafen kassierten und zum anderen weil die Zihschlachter Moral, Einsatzwillen und Leidenschaft zeigten. So war die logische Folgerung, dass wir den Vorsprung noch Preis gaben und nach 45 Minuten die Verlängerung entscheiden musste. In der Overtime hatten wir erstmals mehr Spielanteile und Chancen, doch 5 Minuten gutes Eishockey reicht gegen so einen Gegner einfach nicht aus. Im darauffolgenden Penaltyschiessen hatten wir das Nachsehen und die Auftaktniederlage war somit besiegelt.
Fazit: Wir wollten uns den Sieg krampfhaft erzwingen, doch das funktioniert so nicht. Kreativität, Spielwitz, Leidenschaft und den totalen Teamspirit liessen wir vermissen. Hoffen wir Zihlschlacht hat den schlafenden Riesen nun endgültig wachgerüttelt.
Zum Schluss möchten wir uns noch bei den mitgereisten Fans entschuldigen, denn wir verkrochen uns einfach ohne für die tolle Unterstützung zu danken.
Abnützungskampf in der Bodenseearena jr.
Geschrieben am 21.01.2012 von #51.
Wenn es heisst Zihlschlacht gegen Flyers, wird viel Schlittschuh gelaufen, mit harten Bandagen gekämpft und am Schluss entscheidet nur sehr wenig über Sieg oder Niederlage. Das ganze Spiel war geprägt von Hektik, schöne Kombinationen waren eher Mangelware. Es dauerte gut sieben Minuten bis das erste Tor zugunsten der Zihlschlachter fiel. Wir liessen uns dadurch nicht gross beirren, denn das Spiel war weiterhin eine offene Kiste und Chancen hatten wir genug. So konnten wir den Spiess noch umdrehen und mit einer 2:1 Führung in die Pause gehen. Es wurde schon nach 13:48 abgepfiffen, weil ein enorm satter Schuss ein Loch ins Netz brannte.
Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff im zweiten Drittel konnte Knöpfli mit seinem Breakaway die Führung auf 3:1 ausbauen. Danach bauten die Flyers etwas ab und es schlichen sich ungewohnte Fehler ein, diese wussten Zihlschlacht eiskalt auszunützen und sie realisierten noch vor der Drittelssirene den Ausgleich. Nun war alles angerichtet für ein spannendes Schlussdrittel. Wenn es in den ertsen beiden Abschnitten schon etwas unorganisiert ablief, dann war das letzte Drittel pure Anarchie auf dem Gletscher. Doch die Zuschauer konnten sich trösten, das Spiel lebte von der Spannung und den Emotionen. Die Flyers konnten wieder nach nur 4 Minuten in Führung gehen und erneut gelang es den „gelb-schwarzen“ auszugleichen. Doch noch war die Partie nicht gelaufen, 2 Minuten 30 vor Abpfiff gelang es Wipf mit einem satten Snapshot die Flyers einmal mehr in Führung zu bringen. War das der Gamewinner? Ja. Mit viel Einsatz und wichtigen Saves rettete man den Sieg über die Zeit. Vielen Dank an unseren Fanblock für die Unterstützung.
Die letzten zwei Matches vor der Weihnachtspause
Geschrieben am 28.12.2011 von #51.
In der englischen Woche kurz vor Weihnachten hiessen die Gegner Hinterthurgau und Wikinger. Das erste Spiel gegen den HC Hinterthurgau konnte schon früh in die richtige Bahn gelenkt werden. Torwart Höhn und die gesamte Hintermannschaft liessen nichts anbrennen und offensiv zeigte man sich von der effizienten Seite. So stand es nach 15 gespielten Minuten 4:0 für die Flyers. Auch in den darauf folgenden Abschnitten ging es im gleichen Stil weiter, sodass man schlussendlich einen ungefährdeten Kantersieg von 14:2 feiern konnte. Alle waren etwas überrascht wie harmlos sich Hinterthurgau präsentierte, letzte Saison qualifizierten sie sich noch für die Playoffs und waren alles andere als nur Kanonenfutter.
Ein ganz anderes Spiel erwartete uns am Mittwoch in Frauenfeld. Gegen Hinterthurgau blieben wir 45 Minuten lang ohne eine einzige Strafe, wenn der Gegner Wikinger heisst, sind es am Schluss 32 Strafminuten auf dem Konto der Flyers und 30 Strafminuten zu Lasten der Wikinger. Das Startdrittel war ein sportliches Desaster, kaum ein Pass fand die Schaufel des Mitspielers, höchstens die des Gegners. Nur Dank einer sehr starken Torhüterleistung und viel Dusel konnte man mit einer 2:1 Führung in die erste Drittelspause flüchten. Wahrscheinlich geisterte der 14:0 Sieg noch zu fest in unseren köpfen herum, denn anders war unsere erschreckende Harmlosigkeit nicht zu erklären. Alles war sich einig, eine Reaktion musste folgen und die kam postwendend, denn nichts ist gefährlicher als ein verwundetes Krokodil. Im Mitteldrittel wurde die Wikitruppe nach allen Regeln der Kunst in ihre Einzelteile zerlegt. Wir spielten einfach, schnell, präzise und würzten das ganze mit einer Prise gesunder Härte. Uns ist es gelungen, den Wikinger den Schneid abzukaufen und so stand es nach 30 Minuten 12:2 für die Flyers. Im Schlussdrittel plätscherte das Spiel nur noch so vor sich hin. Da sich Wiki und die halbstarken Männer spielerisch nicht mehr aus den Fängen der Krokodile lösen konnten, versuchten sie es mit den Fäusten. Erfolglos. Schlussresultat Flyers 15, Wikinger 4.
